Kategorien
Pinterest
Networking

Vorabwarnung: Man KÖNNTE aus dem folgenden Text Spoiler herauslesen… ^^

Breaking Dawn Teil 1 und 2 hintereinander. In einem Saal mit Hunderten pubertierender Teenies. OhGottohGottohGottohGott… Aber fangen wir von vorne an: Sonntag, 18.11.2012, 14:00 Uhr Ortszeit in einem nicht näher definierten Kino in Hamburg. Eine Gruppe von 7 wagemutigen, nicht glitzernden Vampiren steht vor dem vollbesetzten Lichtspielhaus. Keine Waffen, hieß es schon im Vorfeld. Alles dort wird voller … Menschen … sein. Kreischende Menschen. Kichernde Menschen. Menschen, die sich selbst einteilen in „Team Edward“ und „Team Jacob“.

Die erfahrene Gruppe betritt das Gebäude und tut so, als würde sie noch einmal durchatmen („Schultern leicht heben, als würdest du atmen.“) und sinkt leicht in sich zusammen („Sitz nicht gerade, Menschen tun das nicht.“ (Ha! Hast du das gehört, Mama?!)). Sie springen nicht einfach in die Kinoebene, sondern benutzen angepasst die Rolltreppe. Oben in der Masse junger, weiblicher, nervender Menschen angekommen macht sich der Hunger bemerkbar. Doch der Prinz hatte Bluttrinken verboten. Was tun? Zwischen den ganzen menschlichen Gerüchen ging er fast unter, doch die Mutter der Brujah entdeckte es sofort: Eine zarte Note von Käse lag in der Luft. Chemie-Käse. Ein Blick genügte, und die Vampire wußten, dass es Zeit war. Mit einem Grollen in der Kehle stellten sie sich ans Ende der beeindruckend langen Schlange. Es ging um Nachos. Vergessen die Befehle des Prinzen, einzig der Hunger trieb sie. Die ersten Menschen bemerkten sie und wichen angsterfüllt zur Seite. Ein kleines blondes Teenager-mädchen mit Fellbesatz-Jacke war nicht schnell genug und wurde kurzerhand zur Seite gestossen. Die Menge teilte sich, und der Nachoverkäufer sah sich einem Alptraum gegenüber. Einem hungrigen Alptraum. Zum Glück für den jungen Mann ließ er sich von einer mittleren Anzahl bedruckter Scheine überzeugen, die Gruppe zu versorgen. Auch eine mit Kohlensäure versetzte, leicht süssliche Flüssigkeit bekammen die Vampire, in der Hoffnung, sie würden nicht noch weiteres Blut vergießen (ein Teil des Fellbesatzes hing noch am Mundwickel der einen Vampirin…).

Weiter ging es. Kartenkontrolle. Kartenkontrolle?! Schwer enttäuscht, dass sie nicht wie VIPs behandelt wurden, zeigte die Gruppe ihre Karten vor. Dann erdreistete sich dieses Menschlein, die Karten zu zerstören – und würde dafür zerstört.

Die anderen Menschen drängten sich derweil in den Hintergrund. Angstviolles Kreischen ersetzte das vorherige Gekichere. Zufrieden gingen die Vampire also in ihren Saal. Aus strategischen Gründen platzierten sie sich in zwei Gruppen an den Rand. Jeder, der zu Nahe kam, wurde angefaucht oder angefallen. Das Kinopersonal war ratlos. Der eilig herbeigeilte Kinoleiter bemühte sich, den Schaden gering zu halten, und startete den Film.

Diejenigen, die wagemutig genug waren, den Saal zu betreten, wurden von Popcorn erschlagen oder ausgetrunken. Ein besonders dreister Mensch wagte es, mit seiner Jacke zu rascheln, und wurde dafür herausgeschleudert. Der erste Film beruhigte die Meute einigermaßen, und vollgestopft mit Nachos und Cola harrten die Vampire auf den nächsten Teil. Und warteten. Und warteten. Und töteten den zu langsamen Filmvorführer. Sein Ersatz war schneller. Endlich ging es also los mit dem neuen Film. Mit einem Werwolf, der sich vor einem Polizisten entkleidet (in der echten Welt wäre der doch nie bis auf die Unterhose gekommen). Mit lauter hübschen Menschen – oder dem, was die Filmmacher als hübsch erachten.

Und mit der gemeinsten Was-Wäre-Wenn-Geschichte. Schon beim Tod Carlisles schauten sich die Vampirmutter und ihre Tochter irritiert an. Doch der Film lief ohne Aufklärung weiter. Als immer mehr Leute starben, raunte ein „Ich glaub ich muss das Buch noch mal lesen…“ durch den Saal. Als die Handlung aufgeklärt wurde, wurden die Vampire wütend darüber, dass sie es nicht besser gewusst hatten. Aber wie Vampire so sind – wenn sie einen Fehler gemacht ahben, schlagen sie jeden kurz und klein, der es gesehen hat.

So wurde das ganze Kino verwüstet.

Ganz am Ende meiner Geschichte fuhren dann 7 zufriedene Vampire in drei kleinen Fast-Volvos aus einem rauchenden Parkhaus, rammten noch eine dämliche Tussi aus dem Weg und begaben sich auf die Heimfahrt.

Ach ja, bevor ihr euch wundert – diese Filmkritik ist eine Was-Wäre-Wenn-Geschichte. Wie gerne wäre ich doch manchmal ein Vampir, dann würde ich etwas gegen kreischende nervende Teenager, langsame Nacho-Verkäufer, noch langsamere Filmvorführer, nervende Leute die um einen rum im Kino sitzen, raschelnde Jacken und Frauen, die nicht ausparken können (und ich weiß das, ich kann nämlich ausparken) machen können.

Fazit: Ich mag den Film. Schöner Kunstgriff, um doch ein wenig Action hinein zu bekommen, nett anzuschauende Vampire, Popcornkino einfach. Da sieht man glatt mal drüber hinweg, dass Romantik nervt.

Schreibe einen Kommentar